Eine Woche bei Salicutti: Unser Brand Ambassador zwischen Sangiovese, Selektion und Montalcino

Anfang September durfte unser Brand Ambassador Georg Schachner eine Woche lang bei der Lese auf Salicutti in Montalcino mitarbeiten. Sein Bericht zeigt eindrucksvoll, was Qualität im Weinberg und im Keller bedeutet: genaue Beobachtung, konsequente Selektion und viele kleine Entscheidungen, die später den Charakter eines Weines prägen.

Drei Erkenntnisse bleiben besonders hängen:

Selektion beginnt im Weingarten.
Bei Salicutti wird nicht einfach gelesen. Es wird genau entschieden, welche Reihen, welche Rebstöcke und welche Trauben wann geerntet werden.

Timing ist Teil des Handwerks.
Nach Regen wurde bewusst gewartet, bis die Trauben wieder vollständig abgetrocknet waren. Qualität entsteht manchmal auch durch Geduld.

Detailarbeit endet nicht bei der Lese.
Kühlung, Entrappung, Sortiertisch, Rütteltisch, Handlese: Jeder Schritt dient einem Ziel – nur bestes Traubenmaterial soll im Gärtank landen.

Im Folgenden teilt Georg seine Eindrücke aus einer Woche zwischen Sangiovese, Selektion und Salicutti:



„Als Brand Ambassador spreche ich täglich über Wein, Terroir, Handwerk und die Menschen dahinter. Anfang September durfte ich für eine Woche die andere Seite erleben und bei der Lese auf Salicutti in Montalcino mitarbeiten.

Salicutti gehört der Familie Eichbauer, die auch hinter dem Münchner Tantris steht. Die Verbindung beider Welten ist vor Ort spürbar: kompromissloser Qualitätsanspruch, Biodynamie – und die Überzeugung, dass neben Boden und Pflanzen auch Tiere und Menschen Teil eines funktionierenden Ganzen sind.

Um 6:30 Uhr begann jeder Lesetag mit der Besprechung. Alessia, die Weingartenchefin, kennt ihre Weinberge bis in die einzelnen Reihen und Rebstöcke. Gemeinsam mit Winemaker Gianni wird laufend entschieden, was wann gelesen wird.

Das wurde besonders in Sorgente deutlich: Jüngere Reben und unterschiedlich weit gereifte Reihen wurden separat betrachtet. Wir bekamen genaue Anweisungen, welche Reihen und Trauben gelesen werden sollten. Im ersten Durchgang kam ausschließlich perfekt gereiftes Material für die Lagen-Brunelli mit.

Begonnen hatte die Lese bereits am 5. September mit Piaggione, gefolgt von Teatro mit wunderbar reifem, saftigem und gesundem Traubenmaterial. Ein kleiner Regen am Mittwoch bedeutete: warten. Erst als die Trauben wieder vollständig abgetrocknet waren, ging es weiter. Am Samstag war die Lese abgeschlossen – während manche Nachbarn noch gar nicht begonnen hatten.

Ein Satz ist mir besonders geblieben:

„Physik verhindert Chemie.“

Die gelesenen Trauben kommen unmittelbar in die Kühlung, um unerwünschte mikrobiologische Aktivität zu verhindern. Bereits mittags laufen Entrapper und Sortiertisch. Nach dem Entrappen wandern die Beeren über einen Rütteltisch und werden nochmals von Hand selektiert. Blattreste, Stiele oder nicht perfektes Traubenmaterial werden entfernt.

Der Auffangbehälter wird mit CO₂ überlagert, um Oxidation zu vermeiden. Anschließend gelangen die Beeren durch eine Öffnung im Boden direkt in die darunterliegenden Gärbehälter.

Penible Handarbeit, damit am Ende wirklich nur bestes Traubenmaterial im Gärtank landet.

Die ersten spontanen Gärungen liefen bereits während unserer Lese. Beim Überpumpen sorgt eine schonende Schlauchpumpe dafür, dass der Most sanft über den Tresterhut verteilt wird.

Das Ziel beim Sangiovese: viel Gerbstoff – aber fein. State of the Art sozusagen.

Besonders eindrücklich war für mich, die Trauben selbst zu verkosten. Bei Piaggione: vollreife Kerne, intensive Süße und Saftigkeit – und unmittelbar danach dieser feine, aber zupackende Gerbstoff, der Sangiovese Grosso so unverkennbar macht.

Und weil Wein nicht nur aus Analysen und Arbeit besteht, gehört auch das dazu: gemeinsame Mahlzeiten, fantastische regionale Küche von Max, dem ehemaligen Restaurantleiter des Tantris, und vermutlich der beste Speck, den ich bisher gegessen habe – von den eigenen Schweinen des Weinguts. Dazu eine selbstgemachte Kaninchenleberpastete, die ebenfalls in Erinnerung bleibt.

Die langen Ausbauzeiten bei Salicutti ermöglichten uns außerdem Fassproben verschiedener Jahrgänge. Gemeinsam mit Sabine, deren Begeisterung für die Weine ansteckend ist, durch die Entwicklung der einzelnen Lagen zu verkosten, war ein weiteres Highlight. Besonders der 2023 Teatro – oder, wie Sabine ihn treffend beschreibt: „schmusig“.

Was ich hier beschreibe, ist nur ein kleiner Ausschnitt aus einer Vielzahl von Entscheidungen und Arbeitsschritten. In Summe zeigen sie aber, wie konsequent bei Salicutti an einem Ziel gearbeitet wird: handwerklich erzeugte, präzise und gleichzeitig hedonistische Weine.

Für mich war es eine große Ehre, eine komplette Woche in diese Welt eintauchen zu dürfen. Ich bin mit deutlich mehr Verständnis für Weinbau, Sangiovese und die besonderen Weine von Salicutti nach Österreich zurückgekehrt.

Und umso stolzer, dass wir diese Weine in Österreich vertreten dürfen.

Grazie mille an das gesamte Team von Salicutti – besonders an Sabine, Alessia, Felix, Gianni und Max.„

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